Am Dümmer begann das Prädatorenmanagement zum Schutz der Wiesenvögel und weiterer Bodenbrüter im Jahr 2010. Die Durchführung übernahmen wir seinerzeit zusammen mit den örtlichen Jägern. Die Struktur des Natura-2000-Gebiets kam uns bei der Planung der Erfolgskontrolle sehr entgegen: Die intensive Prädatorenkontrolle wurde nur im Südteil des Schutzgebiets durchgeführt (Ochsenmoor und Borringhauser Wiesen), der Nordteil (Osterfeiner Moor) wurde als Vergleichsfläche ohne Intensivierung genutzt. Die erfassten Daten wurden am Beispiel der Uferschnepfe von einem niederländischen Wissenschaftler ausgewertet und in einem begutachteten Fachartikel veröffentlicht. Die Auswertung bestätigt, dass das Prädatorenmanagement der entscheidende Faktor für die deutlich höheren Reproduktionserfolge der Uferschnepfe war (hier zum Nachlesen).
Im Jahr 2018 konnten wir die Intensität des Prädatorenmanagements dann durch die Einstellung eines Berufsjägers weiter steigern. Somit kann nun das hervorragende Lebensraumpotential, das der Dümmer den Arten des Feuchtgrünlands durch die jahrzehntelange Optimierung und intensive naturschutzfachliche Betreuung bietet, voll ausgenutzt werden.
Seit Oktober 2021 kümmern wir uns im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur um das Prädatorenmanagement in den Naturschutzgebieten Beltringharder und Rickelsbüller Koog zum Schutz der Wiesen- und Küstenvögel. Dort war der Bruterfolg trotz guter Lebensraumbedingungen in den Jahren vor Beginn des intensiven Prädatorenmanagements zu gering. Neben den im Binnenland häufigen Arten Kiebitz, Uferschnepfe, Bekassine und Brachvogel kommen hier auch Arten wie Seeregenpfeifer, Säbelschnäbler und große Zahlen von Austernfischern hinzu.
Mit dem Vogelschutzgebiet Unterelbe im Landkreis Stade kam im Jahr 2022 im Rahmen der LIFE Projekte GrassbirdHabitats und Godwit Flyway ein weiteres Projektgebiet hinzu. Zusammen mit dem Dümmer decken wir nun die beiden wichtigsten Brutgebiete der Uferschnepfe ab. Um die riesige Fläche effektiv abdecken zu können, arbeiten wir eng mit dem beim Landkreis Stade beschäftigten Berufsjäger zusammen.
Neben der praktischen Arbeit draußen, beraten wir bei Exkursionen, Vorträgen und im direkten Austausch zahlreiche Behörden, Organisationen und Aktive im Hinblick auf die effektive Durchführung von Prädatorenmanagement-Maßnahmen.
